Wundstarrkrampf / Tetanus
Tetanus, auch als Wundstarrkrampf bekannt, ist eine oft tödlich verlaufende Infektionskrankheit, die die muskelsteuernden Nervenzellen befällt und durch das Bakterium Clostridium tetani ausgelöst wird.
Dies ist ein anaerobes , grampositives und sporenbildendes Stäbchenbakterium.
Resistente Sporen von Clostridium tetani kommen fast überall vor, auch im Straßenstaub oder in der Erde. Gelangen die Sporen des Erregers in offene Wunden, so erfolgt meist eine Infektion.
Unter anaeroben Bedingungen vermehrt sich das Bakterium und sondert seine Gifte ab: Das Toxin Tetanospasmin schädigt die muskelsteuernden Zellen der Nerven und verursacht dadurch die typischen Lähmungen und Krämpfe der Muskeln.
Das Toxin Tetanolysin schädigt das Herz.
Die im Erdreich vorkommenden Sporen sind widerstandsfähig gegen Hitze und auch gegen jede Art von Desinfektionsmittel. Sind sie nicht dem Sonnenlicht ausgesetzt, können sie im Erdreich jahrelang überleben.
Die besten Wachstumsbedingungen für das Bakterium bestehen bei etwa 37 °C in anaerober Atmosphäre.
Tetanus ist eine weltweit verbreitete Erkrankung. Vor allem in feuchtwarmen Ländern mit niedriger Durchimpfungsrate und schlechter medizinischer und hygienischer Versorgung erkranken auch heute noch viele Menschen. Leider wird immer wieder von Todesfällen berichtet.
In Asien und Afrika liegt die Todesrate besonders hoch.
Nach Schätzungen der WHO sterben weltweit jährlich ungefähr über eine Million Menschen an Tetanus.
Eine besondere Form ist der neonatale Tetanus, der bei den Neugeborenen und Säuglingen insbesondere in den Entwicklungsländern auftritt. Die WHO schätzt, dass ein Viertel der gesamten Kindersterblichkeit durch den frühkindlichen Tetanus verursacht wird.
Wo sind die Toxine zu finden?
Die Toxine werden hauptsächlich im Erdreich gefunden, aber auch im Darminhalt und Fäzes von Pferden, selten im Fäzes von Rindern und anderen Tieren.
Wie kann man sich infizieren?
Ist die Haut nicht zu 100 Prozent intakt und liegt eine auch noch so kleine Verletzung vor, werden die Sporen oft zusammen mit Fremdkörpern (z.B. Holzsplitter, Nägel oder Dornen) unter die Haut gebracht. Die Wunden/Verletzungen müssen nicht offen sein, auch kaum sichtbare Bagatellverletzungen können gefährlich werden.
Wer sollte geimpft sein?
Jeder Mensch sollte eine Tetanus-Schutzimpfung haben!
Ein Totimpfstoff steht zur Verfügung, dieser wird in den Muskel injiziert.
Wann wird geimpft?
Zur Prophylaxe von Tetanus ist die aktive Immunisierung das Mittel der Wahl.
Bei allen Säuglingen sollte nach Vollendung des 2. Lebensmonats eine aktive Immunisierung begonnen und dann gemäß dem Impfkalender nach und nach ergänzt werden: Nach der ersten Impfung erfolgen zwei weitere Impfungen im Abstand von mindestens vier Wochen. Die vierte Impfung sollte zwischen dem 11. bis 14. Lebensmonat erfolgen.
Eine Auffrischung folgt nach dem vollendetem 5. – 6. Lebensjahr und nach dem vollendetem 9. – 17. Lebensjahr.
Liegt keine besondere Verletzung vor, reicht eine allgemeine Auffrischung alle 10 Jahre. Bei Verletzungen sollte allerdings schon nach ca. 5 Jahren eine Auffrischung durchgeführt werden.
Außerdem ist eine Impfung bei allen Menschen mit fehlender oder unvollständiger Grundimmunisierung angezeigt – oder wenn die letzte Impfung der Grundimmunisierung oder die letzte Auffrischimpfung länger als 10 Jahre zurückliegt.
Mögliche Impfreaktionen sind: Schwellungen und Rötung an der Einstichstelle sowie leichte Schmerzen. Selten erfolgen Fieber und Kopfschmerzen.
Eine besondere Aufmerksamkeit sollte auf ältere Menschen mit gestörten Durchblutungsverhältnissen ( Diabetiker und Personen mit Erkrankungen der Hautoberfläche) gerichtet werden. Die Impfung von Erwachsenen sollte in der Regel in der Kombination mit der Impfung gegen Diphtherie aufgefrischt/geimpft werden.
Die Inkubationszeit liegt normalerweise zwischen 3 Tage bis 3 Wochen - sie kann aber auch in einem Bereich zwischen einem Tag und mehreren Monaten liegen. Eine direkte Ansteckung von Mensch zu Mensch kann nicht erfolgen. Hat man einmal die Infektion durchgemacht, liegt keine lebenslange Immunität vor.
Die Symptome von Tetanus ist durch eine toxinbedingte neurologische Störung gekennzeichnet – die sich durch einen hohen Muskeltonus und teilweise starke Krämpfe auszeichnen kann.
Die häufigste Form der Infektion zeigt sich in Krämpfen der Skelettmuskulatur. Die Erkrankten zeigen den typischen Gesichtsausdruck, der einem fixiertem Lächeln ähnelt. Der Mund kann bei bilateraler Beteiligung der Kiefermuskulatur meist nicht ganz geöffnet werden. Ein Laryngospasmus kann entstehen. Außerdem kann es zu plötzlichen, sehr schmerzhaften Kontraktionen vieler Muskelgruppen kommen, wobei die Extremitäten meist unbeteiligt bleiben – das Bewusstsein bleibt aber fast immer erhalten.
Probleme beim Atmen, wie z.B. Obstruktion der Atemwege oder ein Sekretstau, können zur Ateminsuffizienz führen.
Die Beteiligung des sympathischen Nervensystems kann sich in Form von Blutdruckschwankungen, peripheren Durchblutungsstörungen und Schweißausbrüchen zeigen.
Die Todesrate liegt bei moderner Therapie zwischen 10 % und 20 % und ist bei schlechter Versorgung sonst stark erhöht.
Todesursachen sind vor allem respiratorische Insuffizienz und kardiovaskuläre Komplikationen.
Zuerst treten grippeähnliche Zustände wie Kopfschmerzen, Unruhe oder Mattigkeit sowie Ermüdungserscheinungen und Muskelschmerzen auf.
Auch kann es zu starken Schweißausbrüchen kommen.
Dann kann durch eine Kieferklemme der Mund nicht mehr richtig geöffnet werden - es entsteht ein grinsender Gesichtsausdruck ( Teufelsgrinsen ).
Im weiteren Verlauf kann es zu tonischen Muskelanspannungen der langen Rückenmuskulatur und zu schmerzhafter Überstreckung kommen. Bleibt der Patient unbehandelt, kann es sogar zu Wirbelbrüchen führen.
Es folgen tonische und zuckende Muskelkrämpfe in Armen und Beinen, Kehlkopf und Zwerchfell.
Die Krämpfe dauern nur kurze Zeit an und werden von kleinen Reizen ausgelöst. Unbehandelt folgt der Tod durch das Ersticken.
Das Bewusstsein ist nicht eingeschränkt - weshalb diese Erkrankung unbehandelt leidvoll ist.

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