Ein Husten ist ein reiner Abwehrmechanismus des menschlichen Körpers. Durch ihn will unser Organismus verhindern, dass sich fremde Partikel wie Schmutz und Staub in den Atemwegen festsetzen und weiter bis in die Lungen wandern können. Aber nicht nur Staub und Schmutz sind natürliche Feinde der Atemwege – sondern auch Tierhaare, Pollen und auch diverse Krankheitserreger wie Bakterien und Viren.

Unproduktiv oder produktiv?

Wir kennen es alle: Meist kündigt sich ein Hustenanfall durch ein Kribbeln und Kratzen oder Kitzeln im Hals an. Das unangenehme Gefühl steigert sich weiter bis man nur noch eins kann: nämlich husten. Ein typischer, durch Viren oder Bakterien bedingter Erkältungshusten äußert sich zuerst meist in einem kaum zu unterdrückendem, trockenem Reizhusten. Trocken heißt in diesem Falle, dass noch keine Schleimproduktion vorhanden und der Husten somit unproduktiv ist. Der trockene, unproduktive Reizhusten hat keine weitere Aufgabe, als den Homo sapiens zu ärgern. Er hat absolut keinen Nutzen für den Körper. Anders sieht es allerdings aus, wenn er durch große Fremdpartikel ausgelöst wird: Verschluckt man sich zum Beispiel an einer Nuss, so will der Körper den Fremdkörper möglichst schnell wieder loswerden – hier ist also ein deutlicher Nutzen vorhanden! Auch können bestimmte Arzneimittel wie zum Beispiel Blutdrucksenker der Gruppe der ACE-Hemmer ( Ramipril, Enalapril, Captopril oder Lisinopril ) einen unproduktiven Husten auslösen. In diesem Falle sollten Sie mit ihrem behandelndem Arzt über eine Alternative sprechen.
Dieser unproduktive Husten dauert in der Regel zwischen zwei und vier Tagen an – bis dann der produktive Husten einsetzt.
Im Gegensatz zum unproduktiven Husten ist der produktive Husten mit einer Schleimbildung verbunden. Die meisten Menschen kennen das Gefühl, als ob ein dicker Pfropf im Hals sitzt und sich nicht lösen will. Doch woher kommt der ganze Schleim?

So fängt man Viren und Bakterien

Unser Bronchialsystem ist mit einer hilfreichen Schleimhaut ausgestattet. Sie schützt es und sorgt dafür, dass im Notfall auch gleich genügend Schleim gebildet werden kann. Ein ” Notfall ” liegt zum Beispiel vor, wenn zu viele Bakterien und/oder Viren in das Bronchialsystem eingedrungen sind. Genau dann wird die Schleimhaut aktiv und bildet eine Schleimschicht, in der sich dann die fremden Eindringlinge verfangen. Die Bakterien / Viren werden von dem Schleim regelrecht gefangen und mit dem nächsten Hustenanfall gleich aus dem Mund hinaus befördert.
Zu Beginn eines produktiven Hustens jedoch sitzt der Schleim meist noch relativ fest und lässt sich nicht oder nur in geringem Umfang abhusten. Man ” röchelt ” vor sich hin und jeder Atemzug schmerzt. Doch wenn man ein paar einfache Verhaltensregeln und Tipps beachtet, dann kann man den zähen Schleim gut lösen und somit leichter absondern.

So werden Sie Ihren Husten los

Auch wenn viele Fachleute es inzwischen verneinen: Trinken Sie viel! Mindestens zwei bis drei Liter sollten es pro Tag sein! Greifen Sie vor allem zu Kräutertees oder speziellen Bronchialtees.
Durch verschiedene Salben, die auf den Brust- und Rückenbereich aufgetragen werden können, löst sich der festsitzende Schleim ebenfalls sehr gut. Unterstützend können Sie mit dieser Salbe auch noch zusätzlich inhalieren: Geben Sie einfach einen kurzen Salbenstrang in eine hitzebeständige Schüssel, gießen Sie nicht mehr kochendes Wasser darüber und legen Sie dann ein Handtuch über ihren Kopf. Atmen Sie tief und fest ein, so dass die ätherischen Öle den Schleim gut lösen können.
Verschiedene Präparate, die Sie von dem unangenehmen Schleim befreien können, finden Sie in ihrer Apotheke oder hier . Wirkstoffe wie Ambroxol, Acetylcystein oder auch Bromhexin lösen den Schleim zuverlässig und gut. Wer lieber zur pflanzlichen Alternative greifen will, ist zum Beispiel mit Thymian oder Fenchel gut beraten. Es gibt auch verschiedene Präparate mit reinen und hochkonzentrierten ätherischen Ölen wie Eucalyptusöl oder dem Wirkstoff Cineol. Diese Präparate sind sehr wirksam, bei sehr magenempfindlichen Personen können die ätherischen Öle allerdings auf den Magen schlagen.
Auf homöopathischer Ebene können Sie es bei einem festsitzendem Husten mit Antimonium sulfuratum aurantiacum ( Ant-s-aur ) oder Ipecacuanha versuchen. Falls Sie unsicher sind, welches Mittel für Sie das richtige ist, sprechen Sie mit ihrem Homöopathen!

Gute Besserung!

 

 

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