Wenn Ihnen beim Bücken wie aus dem Nichts ein heftiger Schmerz in den Rücken fährt und sie sich kaum noch bewegen können, dann kann dies der gefürchtete Hexenschuss sein!

Der Laie spricht vom Hexenschuss, der Mediziner vom Lumbago, meinen tun aber beide dasselbe: Ein übler, stechender Schmerz, der einen urplötzlich überfällt. Wirklich urplötzlich?
Der Schmerz bei einem Lumbago entsteht meist in der Nähe unserer Lendenwirbel – das ist der untere Abschnitt der Wirbelsäule. Was aber genau geschieht da im Rücken?
Bei vielen Menschen “passiert” ein Hexenschuss beim Bücken oder wenn Sie eine Bewegung zu schnell ausführen. Auch bei ungewohnten Bewegungsabläufen kann es zu dem Schmerz kommen, ebenso wie durch zu schweres Heben oder Tragen.
Menschen, die schwere körperliche Arbeit ausrichten müssen oder auch Mütter, die ständig das Kind herumtragen, sind häufig betroffen.
Bei einem Lumbago kann sich entweder ein Gelenk des Zwischenwirbels verschieben oder die Innenhaut des Gelenks kann eingeklemmt werden oder es kann sich eine Bandscheibe ein Stück weit vorwölben – wenn das geschieht, dann krampft sich die Muskulatur stark zusammen. Dadurch wird dann der Nerv im Rücken stark gereizt und das fühlen wir dann als ein plötzliches Stechen im Lendenwirbelbereich. Man kann sich kaum oder gar nicht mehr bewegen und  sich – wenn überhaupt – nur noch unter teilweise stärksten Schmerzen aufrichten.
Meist wird dann erst einmal ein paar Tage mit einer Salbe geschmiert oder es werden schmerzhemmende Arzneimittel eingenommen – was bei einigen Patienten auch gute Dienste leistet. Doch viele Schmerzgeplagte nehmen eine andere Körperhaltung, die sogenannte Schonhaltung ein und verschlimmern damit das eigentliche Problem noch mehr. Denn durch die Schonhaltung werden andere Muskelgruppen übermäßig beansprucht – diese müssen mehr leisten und verspannen sich dann mit der Zeit auch.

Aber was kann man denn nun eigentlich gegen den Hexenschuss machen? Meist ist Wärme eine gutes Mittel, denn Wärme entspannt bekanntlich und lockert die Muskulatur auf. Wenn Sie also die schmerzende Stelle mit einer durchblutungsfördernden Salbe einreiben oder ein warmes Bad (sofern Sie sicher in und aus der Wanne herauskommen können) nehmen, sich ein Kirschkernkissen oder eine Wärmflasche auf die betroffene Stelle legen, dann tun Sie schon den ersten richtigen Schritt. Nehmen Sie regelmäßig Magnesium in ausreichend hoher Dosierung ( 300 mg/Tag) ein – das kann die Muskulatur zusätzlich lockern und entspannter werden lassen. Schonen Sie in den ersten Tagen ihren gesamten Körper und gehen Sie den Alltag etwas ruhiger an.
Ist der Hexenschuss vorbei und können Sie sich wieder normal bewegen, dann wäre es an der Zeit, über geeignete Maßnahmen zur Vorbeugung nachzudenken. Besonders wichtig ist ein Aufbau bzw. eine Verstärkung der gesamten Rückenmuskulatur. Treiben Sie einen für Sie geeigneten Sport, machen Sie besondere Rückenübungen oder besuchen Sie spezielle Sportgruppen, in denen sportliche Betätigungen zur Stärkung der Rückenmuskulatur angeboten werden. Auch Yoga oder Pilates sowie Kieser-Training eignen sich sehr gut, um die Muskulatur des Rückens zu stärken und einem Hexenschuss aktiv vorzubeugen.

Wenn Sie sportliche Betätigungen bisher eher gemieden haben, dann sollten Sie sich vor einem Besuch im Fitnesscenter gut von Ihrem Arzt untersuchen lassen!

Lesetipp: In dem Buch Rückenschmerzen für Dummies erfahren Sie Vieles über Rückenschmerzen, wie man sie vermeiden und den Rücken stärken kann. Das Buch ist gut verständlich geschrieben – ohne großes Ärztelatein!

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