Borreliose
Die Borreliose, auch Lyme-Borreliose genannt, ist eine Infektionserkrankung. Sie wird durch das Bakterium Borrelia burgdorferi ausgelöst und kann alle Organe des Körpers sowie das Nervensystem oder auch die Gelenke befallen.
Borrelien fallen unter die Gruppe der gramnegativen Bakterien und gliedern sich in die Familie der Spirochäten ein. Spirochäten bewegen sich aktiv und zeichnen sich durch einen charakteristischen Bewegungsapparat aus.
Die Durchseuchungsrate der Zecken mit Borrelien in Deutschland liegt – je nach Gebiet – zwischen 6 und 50 Prozent!
Hat die Zecke einen erst einmal gestochen und ist sie mit Borrelien verseucht, so dringen durch den Speichel die Bakterien innerhalb 8 – 12 Stunden in den Menschen ein.
Borrelien werden jedoch nicht sofort von einer Zecke auf den Menschen übertragen – je länger sie saugt, umso größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass sie den Wirt mit Borrelien infiziert. Deshalb sollte eine Zecke stets so schnell wie möglich entfernt werden!
Die Symptome einer Borreliose können multiple Erkrankungen des Körpers sein, wie z.B. Nervenschmerzen, Gelenkschmerzen, Hauterkrankungen oder auch Probleme mit dem Herzen. Je nachdem, mit welcher Borrelienart man infiziert ist, können die Beschwerden an unterschiedlichen Organen auftreten. So ist z.B. Borrelia burgdorferi vor allem für Arthritis verantwortlich.
Borrelia garinii zeigt seine “Auswirkungen” eher in neurologischen Beschwerdebildern.
Wie erkennt man nun eine mögliche Borrelioseinfektion?
Ein typisches Merkmal einer möglichen Borrelioseinfektion ist das Erythema migrans – eine lokale Wundinfektion im Bereich der Stichstelle, die sich durch einen meist deutlich abgegrenzten roten Bereich zeigt. Diese roten Stellen können sich im Verlauf der Erkrankung vermehren, d.h. sie können an mehreren Stellen am Körper zu finden sein ( nicht nur an der eigentlichen Stichstelle ).
Hat sich der Erreger erst einmal im Körper verteilt, kann es schnell zu Fieber sowie zu Haut-, Herz-, Gelenk-und/oder Nervenerkrankungen kommen.
Wird spätestens in diesem Stadium der Erkrankung nichts unternommen, so endet die Krankheit in einer chronischen Erkrankung der Organe.
Ein gutartiges Lymphozytom ( blaurote knötchenartige Schwellungen an Ohrläppchen, im Gesicht, an den Brustwarzen oder auch im Genitalbereich ) kann durch Borrelia afzelii oder Borrelia garinii ausgelöst werden und ist bei Kindern recht häufig anzutreffen. Die Heilung erfolgt meist spontan ( auch ohne Antibiotika ).
Eine Acrodermatitis chronica atrophicans kann ebenfalls durch Borrelien ausgelöst werden und zeigt sich meist an Ellenbogen, Knien, Hand-oder Fußrücken. Die Haut ist geschwollen, schuppig, gerötet und schmerzt. Erfolgt keine Medikamentengabe, so kann aus der akut – entzündlichen Form eine chronisch – atrophische Form entstehen.
Die Lyme-Karditis zeigt sich in einer Störung der Erregungsleitung des Herzens und kann mit Rhythmusbeeinträchtigungen einhergehen. Auch ein sehr langsamer Puls kann ein Zeichen für eine Lyme-Karditis sein.
Der Buchtipp: Borreliose: Zeckenbiß und dann?
Die Lyme-Arthritis ist in den USA häufiger anzutreffen als in Deutschland, trotzdem liegt hier die Erkrankungsrate mit fast 50 % noch recht hoch.
Nach Wochen oder Monaten nach einer Borrelieninfektion zeigen sich erste Beschwerden der größeren Gelenke mit Schmerzen und Entzündungen. Die Gelenke können warm und rötlich verfärbt sein.
Unter der Neuro-Borreliose versteht manebenfalls die Folgeerkrankungen einer Borreliose. Hier kann es zur Meningitis ( Meningoencephalitis ) mit starken Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sowie Nackensteifigkeit kommen. Auch eine Überempfindlichkeit der Augen gegenüber Licht tritt gehäuft auf.
Es kann zu Lähmungserscheinungen des Körpers ( auch oft im Gesicht ) sowie heftigen Schmerzen und Muskelschwäche kommen.
Ist das Stadium der chronischen Encephalopathie erreicht, können Schlafstörungen, Konzentrationsbeschwerden, Reizbarkeit und Erschöpfungszustände sowie mildere Formen einer Depression auftreten.
Ein sicherer Nachweis der Infektion mit Borrelien ist immer schwierig. Bluttests können zwar einen Hinweis auf eine Erkrankung geben – aber sie sagen nicht aus, wie akut die Krankheit ist. Die Frage, ob nun Monate oder Jahre seit der Infektion vergangen sind, ist schwer zu beantworten. So kommt es immer wieder zu falsch negativen oder auch falsch positiven Ergebnissen.
Auf einen Nachweis von Borrelien-Antikörper kann mittels ELISA oder auch dem Westernblot-Test untersucht werden. Auch durch Immunfluoreszenz-Tests kann nur ein Vorhandensein von Antikörpern bestimmt werden, nicht aber wie akut das Krankheitsgeschehen ist.
Wird die Gefahr einer Infektion mit Borrelien eher hoch eingeschätzt, so können vorbeugend Antibiotika gegeben werden ( meist Doxycyclin, Amoxicillin oder Cefuroxim ).
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